Kostproben

Leseprobe

Sardowski - Die Geschichte einer Trauergemeinschaft

Ein skrupelloser Bestatter nutzt die emotionalen Notlagen seiner Kundinnen aus und bereichert sich an ihren Ersparnissen.


Kurzgeschichten aus der Zukunft

Kryontopia -  Die Einladung -  Das Fundament


Teilnahme am Schreibwettbewerb „Seitenwind“, ausgeschrieben von den Machern von Papyrus Autor.

Weitere Informationen dazu gibt es hier: Forum von Papyrus Autor (externer Link)

Durch das Anklicken des Links entstehen keinerlei Verpflichtungen. Die Inhalte des Forums können kostenlos und öffentlich gelesen werden.

 

Mein Beitrag zum Seitenwind 2023 - Thema: Gäste im Geisterhaus aus der Perspektive des Hauses geschrieben

Die Risse im Putz schmerzen. Der alte Kastanienbaum kennt mein Leiden nur zu gut. Bei ihm sind es die Wurzeln, an denen mit jedem neuen Jahr weitere, faulige Stellen auftauchen. Der Geruch von Moder übertüncht unsere einstige Schönheit. Schweigsam ist er, mein Baumfreund. Die meiste Zeit jedenfalls. Wenn jedoch der Wind seine Blätter sprechen lässt, hält mich kaum etwas zurück. Dann nehme ich all meine Kraft zusammen und lasse die Holzdielen in sein Lied mit einstimmen.

Da sind sie wieder! Diese elenden Ruhestörer, die keinen Respekt vor dem Alter haben. Sie schleichen durch die Nacht, glauben, etwas über damals zu erfahren. Sie nähern sich der Treppe, blenden mich mit ihren Taschenlampen. Zeit zu handeln. Sie dürfen nicht hinein, doch die Eingangstür ist längst verstorben. Mir bleibt nur eins. Ich warte. Noch einen winzigen Moment. Der Kastanienbaum hilft mir. Er wirft morsche Äste ab, die Gruppe fährt herum. Jetzt! Mit einem Schlag lasse ich die Fensterläden zuknallen. Verdammt. Diese Schmerzen. Einer der Läden ist abgefallen. Geschrei. Schrill. Unerträglich. Ein Mensch stolpert, will sich aufraffen, mit den anderen flüchten, scheitert. Das ist sie. Meine Chance. Gezielt lasse ich einen Dachziegel fallen.

Es war nur ein Unfall. Wie bei allen Besuchern seit damals. Ich schwöre.


Die Auszeichnung (Mein Beitrag zum Seitenwind 2022)

Sie bereitete sich in ihrer Kochnische ein ärmliches Mahl. Erbsen mochte sie besonders gern. Fleisch konnte sie sich nicht leisten. Oder sie hätte auf ihr tägliches Glas Bier verzichten müssen, um sich hin und wieder einen Schweinebraten kaufen zu können. Doch wozu? Mehr Freude bereiteten ihr die Science-Fiction-Filme, die sie jeden Samstag im ersten Programm zeigten.

 

In seinem goldenen Anzug aus einem Guss hob er sich kaum von dem Flugobjekt ab, das er soeben verlassen hatte. Kein Antrieb, keine Tragflächen, kein Fahrwerk. Eine Oberfläche, so glatt wie sie von keinem Menschen auf der Welt je zuvor geschliffen worden war. Seinem zwei Meter fünfzig großen Begleiter fehlten Gesicht und Hörorgane, doch vermochte er seine Umgebung in Sekundenschnelle zu scannen.

 

Die Ziehung der Lottozahlen wollte sie sich anschauen, beim Wort zum Sonntag noch einmal die Erbsen aufwärmen und sie gemütlich bei Der Tag, an dem die Erde stillstand aufessen. Der Pfarrer begann in typisch schwülstiger Art. Sie stellte den Herd an, lauschte schläfrig den seligen Worten, vergaß die Erbsen.

 

Positivanalyse: fehlende Abwehreinheiten. Nirgends lauerten Gefahren durch menschliche Spezies in der Umgebung der Landestelle. Ungehindert machten sie sich auf den Weg in Richtung der Lichter, in deren Nähe sie die Existenzwaben des Homo sapiens vermuteten. Schon bald schmerzten ihre Geh-Einheiten, die nur in den seltensten Fällen zum Einsatz kamen.

 

Der Geruch von Angebranntem stieg ihr in die Nase. Schlaftrunken sah sie Außerirdische auf dem Weg zu …

Und auch das Wesen im goldenen Anzug und sein riesiger Begleiter wurden durch den bisher unidentifizierten Geruch angelockt.

 

Jahre später nahm sie die Schwarze Erbse, eine Auszeichnung für die Wegbereitung außergalaktischer Völkerverständigung, entgegen. Bis zu ihrem Tod zweifelte sie am Verstand der verantwortlichen Politiker.


Gedichte, die auf eine Vertonung warten

Konrad

Im Sommer 2008 habe ich ein Gedicht über Konrad Thurano (geb. 04.04.1909, gest. 20.11.2007) geschrieben. Er war der älteste, aktive Artist der Welt und hat mich mit seiner lustigen Seilnummer unglaublich beeindruckt. Nun habe ich das Gedicht wieder hervorgekramt, umgestellt, geschnipselt und gedoktert und bin endlich mit der Neufassung zufrieden. Ich denke, man könnte ein nettes Liedchen daraus machen. Selbstverständlich ohne KI! Da ich das nicht kann, hat mein Mann einen kleinen Kompositionsauftrag bekommen. Ich freue mich schon auf das Ergebnis.


Der Köhler, der sein Handwerk schmeißt

Im Juni 2010 habe ich anlässlich des Rücktritts von Horst Köhler am 31. Mai 2010 ein Gedicht geschrieben.

Zum Tode von Horst Köhler am 1. Februar 2025 habe ich es aufpoliert und freue mich auch bei diesen Zeilen, wenn es sie demnächst mit selbstkomponierter Musik gibt.

Konrad


Auf der Bühne lebte er

Allein nur für sein Publikum

Doch war es nur ein Augenblick


Applaus war für ihn alles

Ein Clown mit Leib und Seele

Doch war es nur ein Augenblick


Nach vorne ging er

Schritt für Schritt

Doch war es nur ein Augenblick


Auf dem Seil spazierte er

Zusammen mit dem Sohn

Doch war es nur ein Augenblick


Er nahm uns alle mit

In fast einhundert Jahren

Doch war es nur ein Augenblick


Der Vorhang fällt

Das Licht erlischt

Der Augenblick vergeht


Der Köhler, der sein Handwerk schmeißt


Da steht er nun, betrübt sein Blick

Ein Mann, der weint

Statt seinen Mut zu loben

Erhält er nur Kritik


Da steht er nun, der Worte karg

Ein Mann, der klagt

Statt ihn zu erhören

Bestrafen sie ihn hart


Da steht er nun verzweifelt vorn

Ein Mann, der schweigt

Statt ihm zuzusprechen

Spürt er nur ihren Zorn


Da steht er nun, gesenkt sein Haupt

Ein Mann, der geht

Statt den Weg zu ebnen

Wird er der Ehr’ beraubt


Wer ist sein Volk?

Er kennt es nicht.

Und hat es nie gekannt.

Share by: